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Rund um den Gosaukamm
Ausgangspunkt:
Vorderer Gosausee
Gehzeit:
7 - 9 Stunden
Charakter:
lang, Trittsicherheit und Schwindelfreiheit erforderlich
Ein echter Klassiker ist die Wanderung rund um den Gosaukamm. Schwindelfreiheit und Trittsicherheit sind hier gefordert, wenn auch nur an ein paar wenigen Passagen.
Die Wanderung beginnt am Vorderen Gosausee. Die Entscheidung im oder gegen den Uhrzeigersinn zu gehen, ist jedem selbst überlassen. Wenn das Wetter nicht allzu heiß ist, würde ich auf jeden Fall zuerst zum Steiglpaß aufsteigen. Diese Variante hat auch den Vorteil, daß man am Ende des Tages mit der Seilbahn von der Zwieselalm ins Tal fahren kann. (Achtung auf letzte Seilbahn) Auch kann man in der Früh starten, wann man will und muß nicht auf die Seilbahn warten.
In Richtung Steiglpaß geht man in der ersten Stunden zwei Kare überquerend meist im dichten Nadelwald bergwärts. Ab der Scharwandhütte lichtet sich der Wald und leicht ansteigend wandert man ganz nahe an den sich fast bis zum Weg herabziehenden Wänden des Gosaukamms. Gleich beim ersten Kar, der sogenannten Gamsriese, richtet sich unser Blick zum Manndlkogel mit seiner berühmten Nordkante. Hier fand im Jahre 1913 der berühmte Freikletterer Paul Preuß bei einem Alleingang sein Leben.
Bald erreicht man die kleine Kapelle bei der Hinteren Scharwandalm, wo der im Gosaukamm abgestürzten Bergsteigern gedacht wird. Auch links und rechts des Weges werden die Erinnerungstafel nun häufiger, der Däumling, der Paradekletterberg im Gosaukamm taucht zur rechten auf. 500 m ragt der Plattenpanzer dieses Kolosses, den man aufgrund der Form eines Daumens leicht erkennen kann, in die Höhe. Nun geht es noch einmal hinunter in die Eisgrube, bevor der letzte steilere Anstieg hinauf zum Steiglpaß beginnt.
Mit dem 2015 m Steiglpaß hat man den südlichsten Punkt des Gosaukamms schon fast erreicht. Wir befinden uns an der Grenze zwischen Oberösterreich und Salzburg. Zum Greifen nahe ist die Bischofsmütze, wo die gelbe Farbe des Felses der Ostwand noch deutlich auf die beiden gewaltigen Felsstürze in den 90ern des letzten Jahrhunderts hinweisen. Nun sollte man sich endgültig entscheiden, ob man um den Gosaukamm umrunden will, oder - die Strapzen ersparend - doch lieber umkehrt und zum Gosausee absteigt.
Vom Steiglpaß geht es steil nun hinunter - anfangs ist der Weg versichert - zu der bereits in der Ferne sichtbaren Hofpürglhütte. Auf einer Höhe von 1750 m Höhe, im sogenannten Kessel kommen wir zu einer Wegkreuzung. Wir bleiben auf dem Weg mit der Nummer 612, der uns zur Hofpürglhütte bringt. Der Weg mit der Nummer 601, der hier beginnt, bzw. vom Steiglpaß kommend nach links abbiegt, ist der klassische "Linzer Weg", der zur Adamekhütte führt.
Die Hofpürglhütte steht auf einer rasenbewachsenen Kuppe, oberhalb der Hofpürglwand, in 1705 m Höhe. Sie wurde 1903 von der Sektion Linz des DÖAV erbaut. Damals bot sie den Wanderung Unterkunft in 3 Zimmern mit 10 Betten, unter anderem gab es da auch Heulager. Heute ist die Hofpürglhütte eine moderne Schutzhütte.
Mit Erreichen der Hofpürglhütte hat man ca. die Hälfte des Weges geschafft. Trotzdem sollte man die Distanz nicht unterschätzen. An einem heißen Tag legt sich die Sonne an die nach Südwesten gerichtete Hänge und so kann es sich ganz schön in die Länge ziehen, bis man die Stuhlalm erreicht hat.
Gut zu wissen ist aber, daß keine größeren Anstiege mehr zu bewältigen sind. Bis zum Jöchl (1601m, siehe auch) verläuft der Weg leicht bergauf und bergab, wobei die Bergabstrecken überwiegen und auch beim Weiterweg zur Stuhlalm muß man sich über anstrengende Steilstücke bergauf keine Gedanken machen. Im Gegenteil, beim Jöchl geht es steil hinunter und bald darauf hat man die sanften Almböden der Stuhlalm erreicht. Die Nordwand der Bischofsmütze erscheint im Nachmittagslicht besonders schön. Bei der Stuhlalm kann man sich nochmals stärken, bevor man das letzte Stück zur Zwieselalm in Angriff nimmt. Will man die letzte Seilbahn zum Gosausee (ca. 17 Uhr) erwischen, sollte man die Pause bei der Stulalm dementsprechend einteilen. 2 Stunden, je nach Tempo, sollte man auf jeden Fall einplanen. Noch einmal geht es etwas aufwärts, bis zum Oberen Törlecksattel hat man 140 m zu überwinden. Hier taucht auf einmal wieder der Dachstein, diesmal im herrlichen Nachmittagslicht, in seiner ganzen Schönheit auf. Wir stehen nun wieder auf oberösterreichischen Boden. Nach kurzem Abstieg erreichen wir die Breininghütte und die Gablonzerhütte. Von hier sind es noch 5 Minuten bis zur Bergstation der Gosaukammbahn.
Wichtig nochmals: Der Gosaukamm besteht aus Kalk und Wasser versickert hier, so daß es so gut wie keine Quellen oder Bäche gibt. Berücksichtigen Sie das und füllen bei den Hütten ihre Trinkwasservorräte auf.
Blick zum Manndlkogel
Bei der Kapelle
Blick zur Bischofsmütze
am Steiglpaß
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Tel: +43-6136-8229